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Liebesgeschichten und Heiratssachen, Burgtheater, Wien

Liebesgeschichten und Heiratssachen

Modern und klamaukig - aber diesmal angemessen - kommt der Abend daher, und das Publikum tobt vor Begeisterung.
NZZ

Liebesgeschichten und Heiratssachen, Burgtheater, Wien

Spielstätte und Infos

Spielstätte: Burgtheater,
Universitätsring 2, 1010 Wien

Kategorien: Schauspiel, Klassiker, Nur noch kurz

Mit: Gregor Bloéb, Marie-Luise Stockinger, Stefanie Dvorak, Georg Schmiedleitner

Liebesgeschichten und Heiratssachen, Burgtheater, Universitätsring 2, 1010 Wien

Beschreibung

Sterben, das is' keine Kunst, das is' in ein Augenblick vorbei, aber ich hab Jahr lang mit ihr leben wollen, das is' ein anderes Numero.

In der Familie von Florian Fett, einem Fleischselcher, der es zum reichen Schlossherrn gebracht hat, führt die Liebe zu fatalen Irrungen und Wirrungen. Fetts Tochter Fanny ist in den Kaufmannssohn Anton verliebt, Ulrike, eine entfernte Verwandte, liebt den scheinbar mittellosen Alfred, und der „Viechkerl“ Nebel hat ein Auge auf Lucia Distel, die unansehnliche, aber vermögende Schwägerin des Hausherrn geworfen. Doch die amourösen Eskapaden werden von Fett durchkreuzt und seinen wirtschaftlichen Interessen unterworfen: Aus verblasenen Liebesgeschichten sollen handfeste Heiratssachen werden. Fetts erklärtes Ziel ist es, sein Vermögen zu vermehren. Der Parvenü ist nicht allein mit seiner Gier – Nebel, der sich selbstgefällig zu seiner Schuftigkeit bekennt, durchschaut die Gesetze dieser Gesellschaft und bedient sich rücksichtslos ihrer Mechanismen.

Immerhin fünf Jahre bevor Marx und Engels ihr Kommunistisches Manifest veröffentlichen, setzt Nestroy in seiner 1843 entstandenen Posse bürgerliche Familienverhältnisse als reine „Geldverhältnisse“ in Szene, „die Heiratsmache ist eben nicht mehr und nicht weniger als eine Geldmache“ (Bruno Hannemann). Und wie immer bei Nestroy ist hier nichts gemütlich oder idealisiert, nicht die gesellschaftlichen Zustände und schon gar nicht die Liebe. Vor allem auf die Institution Ehe, die er einmal eine „wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt“ nennt, zielt sein scharfer Spott. Von der Doppelhochzeit am Ende sollte man sich daher keinesfalls täuschen lassen, denn, wie Hans Weigel treffend bemerkte, „Nestroys Ehen werden nicht im Himmel geschlossen“.


Spieldauer: 2 Stunden 45 Minuten, 1 Pause

Die nächsten Termine

Aktuell gibt es keine weiteren Termine für dieses Event.
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Spielstätte und Infos

Spielstätte: Burgtheater,
Universitätsring 2, 1010 Wien

Kategorien: Schauspiel, Klassiker, Nur noch kurz

Mit: Gregor Bloéb, Marie-Luise Stockinger, Stefanie Dvorak, Georg Schmiedleitner

Liebesgeschichten und Heiratssachen, Burgtheater, Universitätsring 2, 1010 Wien

Beschreibung

Sterben, das is' keine Kunst, das is' in ein Augenblick vorbei, aber ich hab Jahr lang mit ihr leben wollen, das is' ein anderes Numero.

In der Familie von Florian Fett, einem Fleischselcher, der es zum reichen Schlossherrn gebracht hat, führt die Liebe zu fatalen Irrungen und Wirrungen. Fetts Tochter Fanny ist in den Kaufmannssohn Anton verliebt, Ulrike, eine entfernte Verwandte, liebt den scheinbar mittellosen Alfred, und der „Viechkerl“ Nebel hat ein Auge auf Lucia Distel, die unansehnliche, aber vermögende Schwägerin des Hausherrn geworfen. Doch die amourösen Eskapaden werden von Fett durchkreuzt und seinen wirtschaftlichen Interessen unterworfen: Aus verblasenen Liebesgeschichten sollen handfeste Heiratssachen werden. Fetts erklärtes Ziel ist es, sein Vermögen zu vermehren. Der Parvenü ist nicht allein mit seiner Gier – Nebel, der sich selbstgefällig zu seiner Schuftigkeit bekennt, durchschaut die Gesetze dieser Gesellschaft und bedient sich rücksichtslos ihrer Mechanismen.

Immerhin fünf Jahre bevor Marx und Engels ihr Kommunistisches Manifest veröffentlichen, setzt Nestroy in seiner 1843 entstandenen Posse bürgerliche Familienverhältnisse als reine „Geldverhältnisse“ in Szene, „die Heiratsmache ist eben nicht mehr und nicht weniger als eine Geldmache“ (Bruno Hannemann). Und wie immer bei Nestroy ist hier nichts gemütlich oder idealisiert, nicht die gesellschaftlichen Zustände und schon gar nicht die Liebe. Vor allem auf die Institution Ehe, die er einmal eine „wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt“ nennt, zielt sein scharfer Spott. Von der Doppelhochzeit am Ende sollte man sich daher keinesfalls täuschen lassen, denn, wie Hans Weigel treffend bemerkte, „Nestroys Ehen werden nicht im Himmel geschlossen“.


Spieldauer: 2 Stunden 45 Minuten, 1 Pause

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